oder auch
Brunnentempel genannte
Bauwerke wurden für den Wasserkult gebaut, denn das knappe Wasser wurde in
der Nuraghenzeit sehr verehrt. Meist sind die Kultstätten mit einer oder
mehreren Außenmauern umgeben, um eine Abgrenzung der spirituellen Welt zur Außenwelt zu bilden. Ein
kleiner Vorhof oder ein Atrium bilden den eigentlichen Tempelbereich. Kleine
Mauern zum Abstellen der Opfergaben sind zu erkennen oder auch Steine für
Tieropfer mit Abflussrinnen für das Opferblut, damit der Tempelbereich rein
bleibt. Immer gibt es eine Treppe, die hinab führt und in einen unterirdischen
Raum, in dem das Wasser kühl und frisch bleibt. Um den Wasserstand konstant zu
halten, sind Abflusskanäle eingebaut. Eine Besonderheit dieser Heiligtümer
besteht in den Überdachungen, die oft mittels Auskragung gestaltet sind,
ähnlich wie die Tholos. Eine Öffnung lässt Tageslicht in den dunklen Raum. Die
Treppe, die immer schmaler und enger wird, zieht einen förmlich nach unten,
aber gleichzeitig öffnet sich die Decke und ein Gefühl der Weite und
Unendlichkeit des Himmels überkommt einen. Diese Illusion wird durch eine
Treppe, die oben an der Decke scheinbar in den Himmel führt, hervorgehoben.
Ein sehr beeindruckendes Gefühl, wenn man es auf sich wirken lässt. Viele Opfergaben in Form von Bronzetti wurden in den
Brunnenheiligtümern gefunden.
Bronzetti sind kunstvoll gestaltete
Bronzeminiaturstatuetten ca. 10 cm hoch.